Damit die Haut nicht ganz verwelkt
Lieber Sonne als Solarium!
10.07. Die meisten UV-Bestrahlungsgeräte, selbst medizinische, sind in puncto Krebsrisiko und Hautalterung noch gefährlicher als die Sonne, warnen Berliner Dermatologen. Welche Konsequenzen hat das für die Patienten? Sonnenbestrahlung wird als sog. "Heliotherapie" seit Jahrzehnten zur Behandlung von Hautkrankheiten genutzt. In unseren Breiten setzt man derzeit meist künstliche UV-Quellen ein. Bisher war allerdings nicht geklärt, ob deren Nutzen/Risiko-Verhältnis mit dem der Sonne vergleichbar ist. Professor Dr. Hans Meffert und Dr. rer. nat. Helmut Piazena von der Universitätshautklinik der Charité Berlin sind dieser Frage nun mit einem speziell dafür entwickelten photobiologischen Messverfahren nachgegangen.

Das alarmierende Ergebnis: Bei medizinischen UV-A/B-Geräten war das Verhältnis von therapeutischer Wirksamkeit zur Photokarzinogenese bzw. Hautalterung ungünstiger als für Sonne. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass die künstlichen Bestrahlungsgeräte UV-Strahlen unterhalb 295 nm emittieren, während diese Wellenlänge im Sonnenlicht kaum vorkommt, vermuten die Autoren. Was bedeutet das konkret für Solariengänger und die medizinische Lichttherapie? Psoriatiker werden derzeit am sinnvollsten mit Schmalband-UV-B-Geräten (304 bis 314 nm) bestrahlt, so die Experten. Entscheidet man sich für eine PUVA-Therapie, sollte die Wellenlänge des Strahlers möglichst über 340 nm (PUVA-1-Therapie) liegen. Eine entsprechende Bewertung für Patienten mit atopischer Dermatitis ist bisher noch nicht erarbeitet.

Für Sonnenanbeter und Solariengänger haben die Dermatologen der Charité auf ihrer Website unter dem Titel "Sonnenbaden - guter Rat für alle, die es nicht lassen können" Empfehlungen ins Internet gestellt. Sonne ist besser als Solarium, steht da z.B. zu lesen. Begründet wird dies damit, dass der Mensch Jahrtausende lang Zeit hatte, gegen Sonnenstrahlen Schutz- und Reparatursysteme aufzubauen. Einer Grafik kann man je nach Hauttyp und Uhrzeit die maximale Besonnungszeit entnehmen. Zudem verraten die Hautärzte, wie diese Zeit innerhalb von zwölf Tagen so gesteigert werden kann, dass schließlich die zwölffache Dosis toleriert wird, z.B. ein sonniger Tag am Strand.


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