Pille für den Mann ohne Hormone
Medikament gegen Erbrankheit mit kontrazeptiven Eigenschaften
14.11. Ein Medikament, das für die Behandlung des seltenen Gendefekts, der Gaucher-Krankheit, eingesetzt wird, könnte sich auch als Verhütungsmittel für Männer eignen. Im Versuch mit männlichen Mäusen haben sich die kontrazeptiven Eigenschaften der als "NB-DNJ" (N-Butyldeoxynojirimycin) bezeichneten Substanz bestätigt. Wissenschaftler des Glycobiology Institute der Oxford University vermuten, dass das Medikament, das die Spermien schwer schädigt, auch keine Nebenwirkungen besitzt.

Die Wissenschaftler um Aarnoud van der Spoel erklärten gegenüber BBC-Online, dass die kontrazeptiven Eigenschaften des Medikaments zufällig entdeckt wurden. Es wird vermutet, dass die Substanz die Bildung der so genannten Glykosphingolipide stört. Glykosphingolipide bestehen aus Zucker und Fett und spielen eine wesentliche Rolle in der Spermienbildung. Die Substanz bewirkt somit die Bildung missgebildeter Spermien.

Behandelte Mäuse hatten kaum bewegliche Spermien. Zusätzlich stieg bei den Tieren die Zahl defekter Akrosome, kappenartiger Strukturen, die die Spermienköpfe umgeben und die Spermien beim Eindringen in die schützende Eizellenhülle unterstützen. Laut Forschern hatte NB-DNJ keine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit der Weibchen und den männlichen Testosteron-Spiegel. Wurde bei den Männchen das Medikament abgesetzt, entwickelten die Mäuse wieder funktionsfähige Spermien.

Bis die Substanz für Patienten zugänglich ist, sind noch intensive Forschungsarbeiten nötig. Im Test mit Gaucher-Patienten erwies sich das Medikament aber als sicher. Diese Tatsache, dass zur Verhütung nur ein Bruchteil der bei der Gaucher-Krankheit verwendetetn Dosis nötig ist, könnte den Prozess beschleunigen. "Bislang gibt es keinen Beweis, dass das Medikament bei gesunden Menschen wirkt", erklärte van der Spoel. In Europa ist NB-DNJ zur Behandlung der Gaucher-Krankheit zugelassen. Die Gaucher-Krankheit wird durch einen vererbten Gendefekt ausgelöst. Das Gen sorgt bei Gesunden für die Herstellung eines Stoffwechselenzyms, welches die Verdauung und Verarbeitung eines bestimmtes Fettes gewährleistet. Wenn das Enzym fehlt sammelt sich das Fett in Leber, Milz und Knochenmark des Kranken an. Dadurch werden diese Organe an ihrer Arbeit gehindert. Die Folgen sind Schmerzen, Schwäche, Gelbsucht, Knochenschäden und Blutarmut bis hin zum Tod. Seit 1991 gibt es eine erfolgreiche Enzymersatztherapie. Diese kann die Krankheit stoppen und Schädigungsprozesse oft sogar umkehren.


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