Depressionen von der Schilddrüse
TSH bei psychischen Auffälligkeiten testen
05.01. Psychiatrische Auffälligkeiten können die ersten Symptome einer gestörten Schilddrüsenfunktion sein, noch bevor sich die Erkrankung durch körperliche Beschwerden bemerkbar macht. Dabei muss man u.a. mit Depressionen, kognitiven Defiziten, Ängstlichkeit und sogar manischen Krankheitsbildern rechnen. Die allein stehende 63-jährige Frau schien unter einem akuten Schub einer Psychose zu leiden: Sie war verwirrt, agitiert, reizbar und berichtete von optischen Halluzinationen. Außerdem kapselte sie sich ab und geriet in eine zunehmende Verwahrlosung. Ähnlich hätte sich auch eine schizophrene Psychose äußern können - allerdings wäre eine solche Neuerkrankung im Alter der Patientin ungewöhnlich, und so waren die Kollegen gut beraten, aus den klinischen Symptomen ihre Schlüsse zu ziehen.

Beidseitige Lidödeme, eine trockene, kühle Haut und eine leicht verlangsamte Herzfrequenz lenkten den Verdacht auf eine Hypothyreose. Auffallend war auch die Gewichtszunahme von fünf Kilogramm im letzten halben Jahr. Und tatsächlich, der Laborbefund bestätigte die Vermutung: das TSH war mit 85,4 mU/l deutlich erhöht und die peripheren Schilddrüsenhormone erniedrigt. Unter einer Substitutionsbehandlung mit T4 erholte sich die Patientin schnell von der "myxedema madness".

Solche psychotischen Zustandsbilder sind allerdings eher selten (< 5 %) bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion. Häufiger (in 40 bis 90 % der Fälle) beobachtet man Depressionen und kognitive Veränderungen. Zu Letzteren zählen z.B. Gedächtnisstörungen, ein verlangsamter Gedankengang sowie Aufmerksamkeits- und Konzentrationsdefizite.

Insbesondere bei Frauen über 60 mit psychiatrischen Störungen sollte man regelmäßig ein TSH-Screening veranlassen, raten die Autoren eine neuen Studie, ebenso bei therapierefraktären Depressionen, bipolaren Störungen und Patienten unter einer Lithiumtherapie. Letztere scheint nämlich die Sekretion von Schilddrüsenhormonen zu hemmen.

Unter einer Hormontherapie mit T4 klingen nach vier bis acht Wochen die psychiatrischen Symptome ab. Um eine Überdosierung zu verhindern, sollte man das TSH im mittleren bis unteren Normbereich halten. In der Regel genügt ein reines T4-Präparat in der niedrigstmöglichen Dosis. Ob man neben T4 zusätzlich T3-Präparate geben sollte, ist unter Fachleuten umstritten.


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