Symptome und Diagnose des Morbus Basedow
Der Hocktest zeigt die Muskelschwäche in den Oberschenkeln
04.07. Typische Symptome bei Morbus Basedow, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, sind Herzjagen, Tremor, innere Unruhe und Schlafstörungen. Daneben leiden Basedow-Patienten häufig unter Heißhungerattacken, erhöhter Hitzeempfindlichkeit und beschleunigter Darmpassage mit weichem Stuhlgang. Das prätibilae Myxödem findet sich dagegen sehr selten. Das klinische Bild des Morbus Basedow ist sehr variabel. Nur 10 bis 15 % der Patienten entwickeln das Vollbild der Erkrankung mit endokriner Orbitopathie.

Während bei jüngeren Menschen verstärktes Schwitzen häufigstes Symptom ist, steht im Alter die Gewichtsabnahme im Vordergrund. Ein Symptom, das noch zu wenig Beachtung findet, ist die Muskelschwäche, besonders im Oberschenkelbereich. "Manche Patienten können sich nicht mehr ohne Hilfe der Arme aus der Hocke erheben. Ein Test, den Sie auch in der Praxis gut durchführen können", so ein Endokrinologe. Im Alter können Appetitlosigkeit, Apathie, Müdigkeit oder eine Tachyarrhythmia absoluta dominieren. Zur Palette der Augensymptome zählen Konjunktivitis, Affektionen der Augenlider und Diplopie.

Das tastbare Schwirren der Struma ist Ausdruck der Hyperperfusion. Wie Studien zeigten, wird der Ausbruch der Erkrankung durch Infektionen, Rauchen, Stress und Lebenskrisen begünstigt. Zum Ausschluss einer Hyperthyreose genügt neben Anamnese und klinischer Untersuchung die Bestimmung des basalen TSH. Dagegen braucht man zu ihrem Nachweis zusätzlich das freie Thyroxin und Gesamttrijodthyronin. Sicher pathologisch sind TSH-Wert unter 0,05 mU/l. Zur obligaten Diagnostik gehört auch die Sonographie samt Volumenbestimmung der Schilddrüse. Typisch für den Basedow ist die Echoarmut des diffus vergrößerten Organs. Die Szintigraphie ist bei klassischem Sonographiebefund, endokriner Orbitopathie und dem Nachweis von TSH-Rezeptor-AK (TRAK) überflüssig, betonte der Experte. TRAK findet man bei 80 % der Basedow-Patienten. Mit dem neuen rekombinanten TSH-Rezeptor-AK-Assay steigt die Nachweisrate beim unbehandelten M. Basedow auf 98,8 %. Hauptindikation zur Bestimmung von TRAK ist die Differenzierung der immunogenen von der nicht-immunogenen Hyperthyreose.

Im Fall einer endokrinen Orbitopathie erübrigt sich die AK-Bestimmung. Welche Bedeutung den TRAK zur Erkennung einer Remission unter thyreostatischer Therapie und zur Vorhersage von Rezidiven zukommt, muss durch Studien noch geklärt werden.


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