Schwangerschaft und Stillzeit
Iod und Folsäure supplementieren
17.02. Seit langem wird empfohlen, Iod und Folsäure in Schwangerschaft und Stillzeit zu supplementieren. Diesen Rat scheinen die Frauen jedoch häufig zu ignorieren, was gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind haben kann.

Iod ist ein essenzielles Spurenelement, Folsäure gehört zu den wasserlöslichen B-Vitaminen. Beide Substanzen sind für den menschlichen Organismus unverzichtbar, da sie an Stoffwechsel-, Zellteilungs- und Wachstumsprozessen beteiligt sind. Obwohl beide in Nahrungsmitteln vorkommen, sind Mangelzustände nach wie vor nicht selten. Das gilt besonders für schwangere und stillende Frauen. Sie haben einen erhöhten Bedarf und sollten Iod und Folsäure generell supplementieren, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zusammen mit anderen Fachgesellschaften.

Zu wenig Iod in der Schwangerschaft ist schlecht für Mutter und Kind. Diese Erkenntnis ist nicht neu, doch sind immer noch viele Frauen, besonders aus niedrigen sozioökonomischen Bevölkerungsschichten, iodunterversorgt. Die DGE empfiehlt Schwangeren und Stillenden eine tägliche Iodzufuhr von 230 bis 260 µg, davon 100 bis maximal 150 µg in Tablettenform. Die übrigen durchschnittlich 120 µg Iod werden im Allgemeinen über die Nahrung, zum Beispiel iodhaltige Lebensmittel wie Seefisch, Milch, Milchprodukte oder iodiertes Speisesalz aufgenommen. Die Gesamttageszufuhr sollte 500 µg Iod nicht überschreiten.

Trotz der Empfehlung zur generellen Iodsupplementation in Schwangerschaft und Stillzeit nehmen aktuell nur rund 25 Prozent der Schwangeren regelmäßig, weitere 25 Prozent unregelmäßig Iod-Tabletten ein, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einem Merkblatt für Ärzte. Laut Untersuchungen leidet immer noch jede dritte Frau in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten unter einem Iodmangelkropf; jedes zehnte Neugeborene hat einen latenten Iodmangel mit verminderter Schilddrüsenhormonproduktion.

Iod ist ein essenzielles Spurenelement, das die Schilddrüse zum Aufbau der Schilddrüsenhormone benötigt. Diese spielen bei der Regulation bestimmter Stoffwechselprozesse, beim Wachstum und bei der Entwicklung von inneren Organen, Nervensystem und Muskulatur bei Kindern eine Rolle. Besteht ein längerfristiger Iodmangel, werden in der Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone produziert.

In Schwangerschaft und Stillzeit ist der Iodbedarf bei Frauen erhöht. Gründe sind unter anderem ein gesteigerter mütterlicher Grundumsatz, ein vergrößerter Iodverteilungsraum sowie eine vermehrte renale Elimination. Infolge der schwangerschaftsbedingten Hormonumstellung kann die Synthese von Schilddrüsenhormonen bei der Frau zudem um 30 bis 100 Prozent zunehmen. Hinzu kommt, dass in der zwölften Schwangerschaftswoche auch in der fetalen Schilddrüse die Produktion von Schilddrüsenhormonen beginnt. Das dafür benötigte Iod wird ebenfalls aus dem Iodreservoir der Mutter bezogen.


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