Schilddrüse im Alter regelmäßig untersuchen
Häufig werden Funktionsstörungen mit Alterserscheinungen verwechselt
16.11. Wer kennt das nicht? Ältere Menschen wirken manchmal verwirrt oder depressiv, langsam und körperlich nicht in Form. Solche Symptome müssen nicht zwangsläufig mit dem Alter zusammenhängen. Häufig ist eine Schilddrüsenfunktionsstörung die Ursache. Schilddrüsenfunktionsstörungen im Alter beginnen oft schleichend und weisen Symptome auf, die den üblichen Alterserscheinungen zum Verwechseln ähnlich sind. Daher bleiben sie oft unerkannt.

Obwohl ältere Frauen die Hauptrisikogruppe für eine Schilddrüsenunterfunktion infolge Hashimoto-Thyreoiditis darstellen und 4 bis 5 % aller Frauen über 75 Jahre eine subklinische oder manifeste Hypothyreose aufweisen, wird die Diagnose bei ihnen, wenn überhaupt, meist zufällig bei Routine-Laboruntersuchungen gestellt. Besser wäre es aber, bei älteren Damen alle ein bis zwei Jahre ein TSH-Screening durchzuführen, empfiehlt Prof. Heufelder aus München in einer wissenschaftlichen Publikation.

Ein erhöhter TSH-Spiegel gilt als beweisend für eine Unterfunktion der Schilddrüse. Die Therapie mit dem synthetisch hergestellten Schilddrüsenhormon Levothyroxin muss im Alter sehr langsam angegangen werden, betont der Endokrinologe. Man beginnt mit 25 bis 50 µg/Tag und erhöht dann alle zwei Wochen um 25 µg bis zur Erhaltungsdosis von 75 bis 125 µg/Tag. Bei Herzkranken sollte man sogar noch niedriger beginnen und sich mit 12,5-µg-Schritten noch vorsichtiger einschleichen. Ziel ist ein TSH-Spiegel im mittleren bis oberen Normbereich. Auch die Überfunktion der Schilddrüse ist im Alter wegen uncharakteristischen Symptomen schwer zu diagnostizieren. Asymptomatisches Vorhofflimmern, Gewichtsabnahme, abnehmende körperliche Belastbarkeit und Wesensveränderung ("ausgeflippte Alte") lassen nicht immer gleich an die Schilddrüse denken. Der basale TSH-Wert bringt auch hier schnell Klarheit, und mit der nachfolgenden Bestimmung von freiem T4 und T3 lässt sich die manifeste Hyperthyreose (Überfunktion) von der "noch" latenten unterscheiden.

Ursache ist in den meisten Fällen eine funktionelle Autonomie, die man mit Ultraschall und ggf. Szintigraphie nachweisen kann. Behandelt wird zunächst thyreostatisch (7,5 bis 15 mg/d Thiamazol oder 10 bis 20 mg/d Carbimazol) bis eine ausgeglichene Stoffwechsellage erreicht ist. Besteht Karzinomverdacht oder die Gefahr mechanischer Komplikationen bei besonders großer Struma, muss man eine Operation erwägen. Kleinere Schilddrüsen mit multi- oder unifokalen Autonomien sind dagegen besonders im Alter eine Domäne der Radiojodtherapie.


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