Häufiger Arztwechsel schlecht für Kinder
US-Studie untersucht Arzt-Kind Beziehung
29.12. Das Fachjournal "Pediatrics" veröffentlichte Ergebnisse einer Studie , an der 47.000 Kinder teilnahmen. Kinder, die immer wieder zum gleichen Arzt gehen, bleiben demnach gesünder als solche, die ständig den Arzt wechseln. Zudem sind Kinder mit einem Arzt sehr viel seltener in der Notaufnahme oder im Krankenhaus zu finden. "Einen Arzt zu haben, den man regelmäßig aufsucht, scheint eine gute Medizin zu sein", sagt Dr. Dimitri Christakis, ein Assistenzprofessor für Kinderheilkunde an der School of Medicine und Mitdirektor des Child Health Institute in Seattle.

So hat sich gezeigt, dass eine länger andauernde "Arzt -Kind-Beziehung" für beide Seiten Vorteile bringt. Der Arzt kennt seine Patienten, deren Krankheiten und deren soziales Umfeld und kann ein Vertrauensverhältnis aufbauen, was wiederum dazu führt, dass der Patient auch bereitwilliger seine Medizin einnimmt. Auch die Eltern werden besser über den Zustand ihrer Kinder informiert und können eher entscheiden, wann eine Fahrt in die Klinik notwendig ist und wann nicht.

Für die Untersuchung beobachtete Christiakis mit seinen Kollegen 47.000 Kinder im Alter von durchschnittlich 5 Jahren. Diese teilten sie in drei Gruppen, je nachdem wie oft sie den gleichen Arzt aufsuchten. Es zeigte sich, dass Kinder der Gruppe, die am häufigsten den Arzt wechselte, mit über 50 Prozent Wahrscheinlichkeit in die Notaufnahme oder ins Krankenhaus kamen. Bei der mittleren Gruppe sank die Wahrscheinlichkeit bereits auf unter 30 Prozent.

Bei Kindern aus der ersten Gruppe mit chronischen Krankheiten wie zum Beispiel Asthma stieg die Wahrscheinlichkeit ins Krankenhaus zu kommen auf über 80 Prozent. Bei Kindern, die medikamentös behandelt werden, erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit auf um 400 Prozent. "Es ist demnach überaus wichtig, Kinder mit chronischen Krankheiten kontinuierlich von einem Arzt überwachen zu lassen", so Christakis. "Denn je besser der Arzt einen Patienten kennt, desto besser kann er auf dessen Bedürfnisse eingehen." Das momentane Gesundheitssystem der USA zwingt Eltern mit ihren Kindern oft den Arzt zu wechseln. Oft werden sonst die Gebühren durch den Versicherungsträger nicht übernommen. Dieser Entwicklung soll das Studienergebnis entgegenwirken.


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