Gehirn erkennt Gewinn und Verlust in Millisekunden
Verlierer werden besonders zu höherem Risiko verleitet
15.08. Das menschliche Gehirn benötigt eine viertel Sekunde, um das Ergebnis am Spieltisch als Gewinn oder Verlust einzuordnen. Darüber hinaus dauert die Wahl des nächsten Zuges wenige Sekunden. Das heißt, dass Spieler nach einem Verlust beinahe automatisch die Entscheidung für ein höheres Risiko fällen, so die Psychologen William Gehring und Adrian Willoughby von der University of Michigan, Ann Arbor. Dies bedeute, dass blitzschnelle und unbewusste Vorgänge im Gehirn Spieler zu einem immer höheren Risiko verleiten.

Die Psychologen untersuchten die elektrische Gehirnaktivität von Probanden in einer simulierten Spielsituation, bei denen Personen Entscheidungen treffen mussten und das auch bedeutete, dass sie durch ein zuvor verlorenes Spiel ein höheres Risiko eingingen. "Nach einem Verlust denkt das Gehirn, dass es Zeit für einen Gewinn ist. Ein Ergebnis davon ist, dass bei einer falschen Entscheidung Menschen dazu neigen, beim nächsten Mal ein größeres Risiko in Kauf zu nehmen, als wenn die erste Entscheidung bereits die richtige gewesen wäre", erklärte Gehring. Noch bevor Menschen überhaupt wüssten, was sie tun, wäge das Gehirn bereits das Ergebnis ab und reagiere blitzschnell. "Das heißt, das menschliche Gehirn zieht oftmals voreilige Schlüsse. Die Folge sind irrationale Entscheidungen", so der Psychologe.

Die Forscher maßen die elektrischen Gehirnströme, die auch als "event-related brain potentials" (ERPs) bekannt sind. Dabei tragen Probanden Elektroden-"Kappen", während das Reaktionsverhalten des Hirns auf bestimmte Ereignisse untersucht wird. In diesem Fall mussten die Versuchspersonen zwischen zwei Nummern (fünf und 25) entscheiden. Eine Sekunde nach der Ziehung der Nummer änderte sich der Hintergrund. Grün bedeutete Gewinn und rot einen Verlust. Wenige Sekunden später wurden die Probanden erneut mit einer Wahl konfrontiert. Nach jeder Ziehung verloren oder gewannen die Testpersonen fünf oder 25 Cent. Die Messungen ergaben ein charakteristisches Gehirnstrom-Muster, mit einem Peak nach 265 Millisekunden. Zu diesem Zeitpunkt hat der Proband realisiert, ob er gewonnen oder verloren hat. "Es ist unglaublich, wie rasch das Gehirn auf Gewinn oder Verlust reagiert und wie schnell dadurch die nächste Wahl beeinflusst wird, ohne sich dessen bewusst zu werden", erläuterte Gehring. Das Gehirn unterscheidet aber nicht zwischen einer guten oder schlechten Wahl. Gehring vermutet, dass vor allem der mittleren Stirnlappenrinde (MFC) eine wesentliche Bedeutung zukommt und diese besonders auf negative Situationen empfindlich reagiert. "So haben z.B. Menschen mit Zwangsstörungen eine erhöhte Aktivität des MFC", so Gehring.


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