Schweißfluten lassen sich dämmen
01.04. Unangenehm, wenn die Hände ständig feucht sind, peinlich, wenn Schweißfüße der Umgebung aufdringlich in die Nase steigen. Aber die Medizin kann Abhilfe schaffen. Zur Behandlung der übermäßigen Schweißneigung, Hyperhidrosis genannt, kann ein therapeutischer Stufenplan angewendet werden, der Maßgeschneidertes für jeden Schweregrad der Erkrankung bietet.

Eine Hyperhidrosis liegt vor, wenn mehr Schweiß gebildet wird, als nötig ist, um die Körpertemperatur konstant zu halten. Die Erscheinung kann entweder am gesamten Körper (generalisiert) oder nur an bestimmten Stellen (lokalisiert) auftreten. Dabei gibt es eine Reihe von Ursachen, die für diese Erscheinung verantwortlich sein können, z.B. die Überfunktion der Schilddrüse, Übergewicht, der Beginn der Wechseljahre, bestimmte Medikamente oder psychische Faktoren. Sind aber keine dieser Ursachen auszumachen, spricht man von einer idiopathischen Hyperhidrosis. Und dafür gibt es ein ausgefeiltes Therapieschema.

In der ersten Behandlungsstufe werden sämtliche Faktoren ausgeschaltet, die das Schwitzen mitbedingen oder verschlimmern. Bei Schweißhänden und -füßen gilt: Weg mit zu engen, undurchlässigen Schuhen, nicht schweißaufnehmenden Socken und Handschuhen, die keine Luft an die Haut lassen. Und aufs Rauchen sollte der Patient am besten ganz verzichten. Vielleicht sind auch Verbesserungsvorschläge für die Hygiene angebracht. Auf Stufe 2 stehen dann Mittel, die die Schweißproduktion lokal vermindern (Antiperspiranzien). Mit 10- bis 25%iger Aluminiumchloridhexahydrat-Lösung, Aluminiumsalzen und gerbsäurehaltigen Mitteln lassen sich mildere Hyperhidrosis-Formen recht gut behandeln. Mit Pudern hat man dagegen keine überzeugenden Erfahrungen gemacht, formalinhaltige Substanzen werden heute natürlich nicht mehr angewandt.

Für Patienten mit sehr ausgeprägter Schwitzneigung empfiehlt sich die Leitungswasser-Iontophorese (Stufe 3). Dabei werden die betroffenen Stellen in einem Wasserbad einem regelbaren Gleichstrom ausgesetzt. Nach genauer Instruktion durch den Arzt kann der Patient sich mit einem TÜV-geprüften handelsüblichen Gerät auch selbst zu Hause behandeln. Für Patienten mit Ausschlägen an Händen oder Füßen (Ekzemen) ist die Iontophorese die Methode der ersten Wahl, weil man dadurch keine allergischen Reaktionen befürchten muss.

Die Stufe 4 beinhaltet dann Medikamente zum Einnehmen. Substanzen, die Atropinderivate, Scopolaminsalze oder -ester enthalten, hemmen die Schweißbildung zwar gut, kommen jedoch eher für die generalisierte Hyperhidrosis in Frage. Nebenwirkungen wie Herzrasen, Pupillenerweiterung oder Mundtrockenheit sind möglich, und Patienten mit Grünem Star (Glaukom) oder Störungen der Blasenentleerung dürfen diese Medikamente nicht einnehmen. Vorsicht, die Substanzen schränken auch die Fahrtüchtigkeit ein!

Auf Stufe 5 folgt schließlich die medikamentöse oder chirurgische Sympathikusblockade. Dabei werden die Nervenbahnen lahm gelegt, die unter anderem fürs Schwitzen zuständig sind. Diese Methode beseitigt das feuchte Problem in über 90 % der Fälle. In der Langzeitwirkung ist die Methode allen anderen Verfahren überlegen. Wenn man Pech hat, kommt es nach der Behandlung aber an anderen Körperpartien zu übermäßigem, kompensatorischem Schwitzen.


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